"ART BOX der Bremer Landesbank" 18.01. bis 14.02.2010

Guy BEN-NER

Moby Dick, 2000, Video, Farbe, ohne Ton, 12:35 min.

Die ART BOX der Bremer Landesbank ist eine öffentlich-wirksame Plattform für junge Kunst. In der Katharinenpassage, Katharinenstraße 32, wird seit 2008 auf einer 3 x 3 Meter großen Projektionsfläche Medienkunst gezeigt.

Anlässlich der Ausstellung "Flying Lessons" von Guy Ben-Ner im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Oldenburg zeigte ART BOX seine Videoarbeit"Moby Dick". Der aus Israel stammende Künstler Guy Ben-Ner ist unter anderem als Vertreter seines Landes auf der Biennale von Venedig 2005 sowie als Teilnehmer der Skulptur Projekte 2007 in Münster bekannt geworden. Als Protagonist seiner Filme bezieht er auch gerne seine Familie in die Arbeiten ein. So inszenierte er "Moby Dick" zusammen mit seiner Tochter Elia, wobei er die Handlung des bekannten Romans von Herman Melville in die heimische Küche verlegte. Karikierend die Umsetzung: Der Kühlschrank dient als Kajüte, die Tätowierungen des Kannibalen bestehen aus Wäscheklammern, Kapitän Ahab hat eine kleine Schublade in seinem Holzbein, der weiße Wal ist ein Küchenunterschrank, seine Fontäne wird durch einen Rasensprenger simuliert und zwei Haifischflossen bewegen sich über den Küchenboden. Dennoch bildet Ben-Ners Film die wesentliche Handlung der Romanvorlage in etwas mehr als zwölf Minuten ab.

Bei der Umsetzung von "Moby Dick" bezieht sich der Künstler auch auf Slapstickfilme und deren wichtige Protagonisten wie Charly Chaplin oder Buster Keaton. So hat er ebenfalls einen Stummfilm mit Zwischentiteln gemacht. Er stellt auch Szenen direkt nach, so z.B. die Vision eines Huhns aus Chaplins "Goldrush" aus, den schwankenden Tisch auf einem Schiff aus "The Immigrant" oder den Mann, der den Ast absägt, auf dem er sitzt, aus Keatons Werk "One Week".

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