"ART BOX der Bremer Landesbank" 27.11.2008 bis 27.01.2009

Medienkunst

Videoarbeiten

Die ART BOX der Bremer Landesbank ist eine öffentlich-wirksame Plattform für junge Kunst. In der Katharinenpassage, Katharinenstraße 32, wird seit 2008 auf einer 3 x 3 Meter großen Projektionsfläche Medienkunst gezeigt. Zur Eröffnung der ART BOX wurden vom 27. November 2008 bis 27. Januar 2009 in Zusammenarbeit mit der Bremer Kunsthalle, der Weserburg-Museum für moderne Kunst Bremen und im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg fünf Videoarbeiten von vier Künstlern in einer Endlosschleife gezeigt. Erklärende Texte verbanden die einzelnen Videos.

 

Rafael Lozano-Hemmer: (Abb. 1-3)

1000 Platitudes, V2 Interfacing Realties, Linz 2003, 4.00 min

Courtesy Rafael Lozano-Hemmer

Basis dieser Videodokumentation ist die gleichnamige Installation, die sich mit Phrasen aus der Städtereklame auseinandersetzt. 1000 typischer Plattitüden aus der Städtereklame wurden in Lozano-Hemmers Arbeit auf eine überraschende Weise visualisiert. Jeder einzelne Buchstabe wurde nachts auf ein großes Gebäude der Stadt Linz und der Region projiziert und dann fotografiert. Zusammengesetzt ergeben die tausende kleinen Einzelbilder dann den Text.

 

Marcel Odenbach: (Abb. 4-6)

As If memories could deceive me, 1984/86, 17.28 min

Courtesy Marcel Odenbach

Grundlage des Videos, das Kommentare der Erinnerung in ihrem Verhältnis zur Geschichte in Verbindung setzt, ist die Installation Dreihändiges Klavierkonzert für entsetzlich verstimmte Instrumente aus dem Jahre 1984. Prägender Grundbestandteil des Films ist das Klavier. Nach einem kurzen Intro, in dem Motive und Szenen einer Probe eines Symphonieorchesters gezeigt werden, folgen verschiedene Bildfolgen und Ãœberblendungen, die in die Klaviatur des Instrumentes eingefügt werden. Die Bilder zitieren und behandeln deutsche Geschichte. Marcel Odenbach thematisiert in diesem Video seine eigene Biografie auf dem Hintergrund der Geschichte. Für den jungen Odenbach war Klavierspielen im familiären Kontext eine Pflichtübung. Gleichzeitig ist das Klavier vor allem in Verbindung mit klassischer Musik Ausdruck bürgerlicher Bildungskultur.

 

Christoph Girardet & Matthias Müller: (Abb. 7-10)

Manual, 2002, 9.30 min

Courtesy Sammlung Goetz

Die Künstler verbinden in ihrem Video Manual Bilder einer veralteten Technologie wie Großaufnahmen von Knöpfen, Schaltern und Kontrolltafeln, wie wir sie aus amerikanischen Fernsehserien der 1960erJahre kennen, mit der weiblichen Stimme aus einem Hollywoodmelodram verbunden. Technoide Strukturen treffen auf übersteigerte emotionale Befindlichkeiten.

 

Rafael Lozano-Hemmer: (Abb. 11-15)

Pulse Room, Mexican Pavillion, Biennale di Venezia 2007, 5.50 min

Courtesy Rafael Lozano-Hemmer

"Meine Arbeiten existieren gar nicht, wenn ihnen nicht jemand etwas Zeit widmet"

(Rafael Lozano-Hemmer)

Pulse Room ist eine interaktive Skulptur mit variablen Dimensionen, bestehend aus 100 Glühlampen, einem Pulsmessgerät, einem Computer und einer Metallskulptur. Das Video dokumentiert die Funktionalität der Arbeit und verweist auf die aktive Rolle des Betrachters. Umfasst eine Person den Sensor mit beiden Händen, wird die Pulsfrequenz aufgenommen und auf eine Glühbirne übertragen, die im exakten Rhythmus ihres oder seines Herzschlags zu leuchten beginnt. In dem Moment, in dem das Interface ausgelöst wird, blitzen alle Glühbirnen einmal kurz auf, und danach rückt die Sequenz der Lichtblitze jeweils um eine Position voran bis zur nächsten Glühbirne im Stromnetz. Wann immer jemand das Interface berührt, wird ein Herzrhythmus aufgezeichnet, diese Aufzeichnung anschließend an die erste Glühbirne im Stromnetz weitergeleitet und damit alle vorherigen Aufzeichnungen um jeweils eine Position nach vorn verschoben. So präsentiert die Installation zu jeder beliebigen Zeit die Aufzeichnungen der jeweils letzten 100 Teilnehmer.

 

Rafael Lozano-Hemmer: (Abb. 16-18)

Wave Function, Mexican Pavillion, Biennale di Venezia 2007, 4.00 min

Courtesy Rafael Lozano-Hemmer

Das Video dokumentiert die kinetische interaktive Skulptur Wavefunction, die aus elektromechanischen Stoßdämpfern, Stühlen, Computern und Ãœberwachungskameras besteht: die klassischen Schalenstühle von Charles und Ray Eames bewegen sich wellenförmig auf und ab, sobald sich Publikum nähert. Die Stühle reagieren somit auf die Präsenz der Besucher. In einem separaten Raum wird auch einem Monitor die Funktionalität der Arbeit anschaulich gemacht.

 

 

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