"Erinnern für die Zukunft - Lidice-Mahnmal" 1989

Jürgen Waller

Gedenktafel, Holz, Eisen, Stein Balken 4,1 m x 0,25 m und 3,5 m x 0,25 m Mauer 1,29 m x 0,65 m; Sockel 2,7 m x 1,2 m

Die Installation von Jürgen Waller besteht aus verkohlten Mauer- und Holzresten, die Bilder über Zerstörung menschlicher Siedlungen wachrufen. Die Arbeit ist Mahnmal an die vollständige Zerstörung des Ortes Lidice in Tschechien 1942 durch die Nationalsozialisten. Alle 172 Männer des Ortes, die älter als 15 Jahre waren, wurden erschossen, die 195 Frauen in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, wo 52 von ihnen ermordet wurden. Die 98 Kinder des Dorfes brachte man in das Jugendkonzentrationslager Litzmannstadt und sonderte sie dort nach rassischen Kriterien aus. 12 Kinder wurden zur "Germanisierung" nach Deutschland gebracht, die übrigen im Vernichtungslager Kulmhof getötet. An der Stelle des früheren Lidice befindet sich heute ein Denkmal und Museum.

Gemeinsam mit Bremer antifaschistischen Gruppen hat der Künstler Jürgen Waller für seine Installation bewusst den Standort neben der Plastik "Jüngling" von Herbert Kubica gewählt. Der "Jüngling" wurde ursprünglich mit Lorbeerkranz 1936 als Denkmal für die am 04.02.1919 Gefallenen der Division Gerstenberg und des Freicorps Caspari am Chor der Liebfrauenkirche im Schoppensteel eingeweiht. Beide militärischen Einheiten waren zur Zerschlagung der Bremer Arbeiterräte eingesetzt. 1955 wurde die Skulptur ohne Lorbeerkranz und ohne Hinweis auf ihre ursprüngliche Funktion auf neuem Sockel in den Wallanlagen wieder aufgestellt.

Standort

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