"Mahnmal Aumunder Synagoge" 2009

Clarissa Dietrich

Bronze, 3-teilig, unterschiedliche Größe, 2,9 m, 1,33 m, 0,83 m

Am Nachmittag des 10. November 1938 wurde die Aumunder Synagoge durch Nazis in Brand gesteckt. 38 jüdische Mitbürger aus Aumund, Blumenthal und Vegesack wurden mit weiteren jüdischen Mitbürgern aus anderen bremischen Gemeinden im November 1941 nach Minsk deportiert, wo sie hingerichtet wurden oder an den Folgen der Misshandlungen starben. Im Sommer 1942 wurden weitere, vormehmlich ältere Menschen ins KZ Theresienstadt deportiert. Darunter auch der langjährige Gemeindevorsteher der jüdischen Gemeinde Aumund Jacob Wolff mit seiner Familie. Er starb im KZ Theresienstadt.

1978 wurde am ehemaligen Standort der Synagoge eine Gedenktafel angebracht, die von dem Künstler Ulrich Conrad gestaltet wurde. Die Gedenktafel ist als bewusste künstlerische Geste durch einen gewaltsamen Schlag zersplittert und weist drei Schlaglöcher auf, die symbolisch für die Zerstörung der Synagoge stehen. Im Jahr 2005 wurde der Platz nach dem letzten Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Aumund in Jacob-Wolff-Platz umbenannt.

Das Kunstwerk der Bremer Bildhauerin Clarissa Dietrich besteht aus drei Bronzeelementen. Sie nehmen vergrößert die Form der drei Schlaglöcher in der vorhandenen Gedenkplatte auf. Die Bronzesplitter sind so zueinander positioniert, dass der Blick auf die Gedenkplatte gelenkt wird.Zusätzlich ist eine Tafel angebracht, in der die Namen aller jüdischen Mitgleider aus Bremen Nord verzeichnet sind, die von den Nationalsozialisten vertrieben, verschleppt oder umgebracht wurden.

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